7.6.

Helga Schubert

liest aus ihrem neuen Buch »Der heutige Tag«

»Eigentlich ist es so ein Gemälde, was ich male. Da gehört es dazu. Da steht in der Ecke hinten ein Tod«, so beschreibt die Trägerin des Bachmannpreises 2020 in einem Interview ihr »Stundenbuch der Liebe« (dtv). Es zeigt sie und ihren Mann, 83- und 96-jährig – »zwei alte Liebesleute« verbunden in einem halben Jahrhundert Beziehung. Ein zurückgezogenes Leben im mecklenburgischen Land führen sie, die sich als Studentin und Dozent der Psychologie in Ost-Berlin kennenlernen und deren Ausdruck die Malerei und die Poesie sein werden. Die Gedichte Jandls sind es noch immer, die durch den Schleier seiner fortgeschrittenen Demenz dringen. 

Helga Schubert macht ihren Alltag mit einem zu pflegenden Mann offenbar. Sie erzählt vom Versuch, die eigene Verzweiflung zu verwalten, zeigt sich kritisierend und korrigierend, obwohl sie weiß, dass darin kein Zugang zu einem Kranken liegt. Sie erzählt vom Bedürfnis, ihn in der Welt zu halten, sowie der Unsicherheit, ihm in seine zu folgen, wenngleich ihr eine Rückkehr jederzeit möglich ist. Sie zeigt das Altern und Sterben in ihrem Umfeld, die Ratschläge anderer, ihn gehen zu lassen oder sein Gehen zu forcieren. Und sie hinterfragt, was ein volles Leben noch müsse. Ob der Genuss eines Sahnejoghurts in der Sonne und das Singen der Amseln nicht auch ihre Berechtigung hätten. Es ist die Liebe, tief verwurzelt, immer noch, die sie mit warmen Händen seine kalten umfassen und das Glück der Gegenwart empfinden lässt.

Moderation: Renatus Deckert

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Das Projekt wurde gefördert im Rahmen von »Neustart Kultur« der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien durch den Deutschen Literaturfonds e.V.

Kulturpartner NDR Kultur; Medienpartner NDR Info

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Informationen
Datum
Mittwoch, 7.6.2023
Zeit
19.30 Uhr
Eintritt
€ 12,– / 8,– / Streaming € 6,–
Ort
Literaturhaus

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