Heike Geißler
Sie kommt mit dem Rad und nicht zu Pferde. Die Tronkenburg ist eine alte Kneipe in einem Leipziger Plattenbau und Wenzel von Tronka ein neoliberaler Galerist. In »Michaela Kohlhaas« (Suhrkamp), ihrer grandiosen Überschreibung der Kleist’schen Novelle, setzt Heike Geißler eine mittelalte stellvertretende Friedhofsverwalterin ins Scheinwerferlicht, die – nennen wir die Dinge beim Namen – keinen Bock mehr hat auf das System. Doch wo ihr männlicher Namensvetter 500 Jahre zuvor mordete und brandschatzte, nutzt sie die Sprache für ihren Rachefeldzug. Einer Hexe gleich zieht die Kohlhaas durch das Land, wettert und schimpft und verwünscht. Und stößt immer wieder an Grenzen, weil die Welt einfach nicht für Frauen eingerichtet ist: »Äußerlich würde Michaela Kohlhaas in den kommenden, den letzten Monaten ihres Lebens keine frohe Botschaft, sondern eine Absage sein. Eine grölende, manchmal tirilierende Absage.«
Die vielfach ausgezeichnete Autorin Heike Geißler beschäftigt sich in ihrer Literatur seit ihrem Debüt »Rosa« von 2002 mit den Auswirkungen des Kapitalismus auf das Individuum. In »Saisonarbeit« thematisiert sie ihre Zeit als Aushilfskraft im Amazon-Logistikzentrum bei Leipzig. Im Literaturhaus war sie zuletzt mit »Arbeiten« zu Gast. »Michaela Kohlhaas« ist ihr lang erwarteter Roman, der mit Schmackes die Verhältnisse aushebeln will und dem Patriarchat eine lange Nase dreht.
Moderation: Katrin Schumacher
Sie kommt mit dem Rad und nicht zu Pferde. Die Tronkenburg ist eine alte Kneipe in einem Leipziger Plattenbau und Wenzel von Tronka ein neoliberaler Galerist. In »Michaela Kohlhaas« (Suhrkamp), ihrer grandiosen Überschreibung der Kleist’schen Novelle, setzt Heike Geißler eine mittelalte stellvertretende Friedhofsverwalterin ins Scheinwerferlicht, die – nennen wir die Dinge beim Namen – keinen Bock mehr hat auf das System. Doch wo ihr männlicher Namensvetter 500 Jahre zuvor mordete und brandschatzte, nutzt sie die Sprache für ihren Rachefeldzug. Einer Hexe gleich zieht die Kohlhaas durch das Land, wettert und schimpft und verwünscht. Und stößt immer wieder an Grenzen, weil die Welt einfach nicht für Frauen eingerichtet ist: »Äußerlich würde Michaela Kohlhaas in den kommenden, den letzten Monaten ihres Lebens keine frohe Botschaft, sondern eine Absage sein. Eine grölende, manchmal tirilierende Absage.«
Die vielfach ausgezeichnete Autorin Heike Geißler beschäftigt sich in ihrer Literatur seit ihrem Debüt »Rosa« von 2002 mit den Auswirkungen des Kapitalismus auf das Individuum. In »Saisonarbeit« thematisiert sie ihre Zeit als Aushilfskraft im Amazon-Logistikzentrum bei Leipzig. Im Literaturhaus war sie zuletzt mit »Arbeiten« zu Gast. »Michaela Kohlhaas« ist ihr lang erwarteter Roman, der mit Schmackes die Verhältnisse aushebeln will und dem Patriarchat eine lange Nase dreht.
Moderation: Katrin Schumacher
- Ticketinformationen
- Tickets sind ab 15.5. an allen Reservix-Vorverkaufsstellen, in unserem Onlineshop, bei der kostenfreien Hotline T 0761.88 84 99 99 und in der Buchhandlung im Literaturhaus erhältlich. Mitglieder des Literaturhaus-Vereins können bereits ab 11.5. ihre Karten – ohne Vorverkaufsgebühren – unter T 040.22 70 20 11 oder per E-Mail an tickets@literaturhaus-hamburg.de verbindlich bestellen.
- Livestreamabonnement
- Nutzen Sie das Streamingabonnement im Sommer für € 45,– bzw. zum Mitgliedspreis von € 40,– für neun Termine: Heike Geißler, Anne Berest, Ella Carina Werner, Nino Haratischwili & Übersetzerinnen, Philosophisches Café, Ukrainische Bibliothek, Ingeborg-Bachmann-Abend, Simone Buchholz und Gemischtes Doppel. Um alle Veranstaltungen sehen zu können, schließen Sie das Abo bitte bis zum 2. 6. um 19.30 Uhr ab.
