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14.11.

Hamburger Literaturpreise 2022

Die Kulturbehörde zeichnet sechs Autorinnen und Autoren, drei Übersetzerinnen und Übersetzer sowie eine Comiczeichnerin mit einem der Hamburger Literaturpreise für ihre Arbeiten aus. Die Preise werden seit 2019 in den Kategorien Roman, Erzählung, Lyrik/Drama/Experimentelles, Kinder- und Jugendbuch, Comic sowie Literarische Übersetzungen verliehen. Außerdem kürt die unabhängige Jury Claudia Schumachers bei dtv erschienenen Debütroman »Liebe ist gewaltig« zum »Buch des Jahres«. Die Literaturpreise sind mit je 6.000 Euro dotiert, die Preise für literarische Übersetzungen mit je 3.000 Euro. 284 Bewerberinnen und Bewerber aus dem Großraum Hamburg haben 2022 an dem Wettbewerb teilgenommen.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: »Zum Ende des Jahres schaut der Literaturbetrieb voller Spannung nach Hamburg: Die Verleihung der Literaturpreise bietet auch die Gelegenheit, noch unbekannte Autorinnen und Autoren zu entdecken, die sprachmächtige und originelle Texte vorlegen. In diesem Jahr gehen die Preise an ebenso eigensinnige wie berührende Arbeiten, die sich mit der Familie im engeren und weiteren Sinne auseinandersetzen, aber ebenso Fragen der menschlichen Existenz nachspüren. Auch in Claudia Schumachers ebenso kraftvollem wie erschütternden Debütroman ›Liebe ist gewaltig‹ erhebt sich eine neue literarische Stimme, die bereits viele Leserinnen und Leser beeindruckt hat. Es ist eine Freude zu sehen, wie vielfältig und kreativ die Hamburger Literaturszene ist. Meine herzlichsten Glückwünsche an alle Preisträgerinnen und Preisträger.«

Die mit je 6.000 Euro dotierten Hamburger Literaturpreise erhalten in der Kategorie:

  • Buch des Jahres: Claudia Schumacher für »Liebe ist gewaltig« (dtv)
  • Roman: Kaspar Peters für »Ultima Thule« und Frank Keil-Behrens für »Über meine Familie weiß ich nichts, suche sie aber trotzdem«
  • Erzählung: Herbert Hindringer für »Morgen, oder Wenn er eine Nacht überlebt«
  • Lyrik/Drama/Experimentelles: Julia Herrgesell für »Füchse« und Ayna Steigerwald für »phototaxis. Gedichte«
  • Kinder- und Jugendbuch: Sarah Manon Kempen für »Lichterloh«
  • Comic: Antonia Kühn für »Apropos Elbe«

Die mit jeweils 3.000 Euro dotierten Preise in der Kategorie Literarische Übersetzungen gehen an:

  • Juliette Aubert-Affholder für das Drama »Die Nacht vom 4. auf den 5.« / »La nuit du 4 au 5« von Rachel Graton aus dem kanadischen Französisch, erschienen beim Theaterstück Verlag München
  • Barbara Mesquita für den Roman »Im Auge der Pflanzen« / »A visão das plantas« von Djaimilia Pereira aus dem Portugiesichen, erschienen im Unionsverlag
  • Nicolai von Schweder-Schreiner für den Roman »Der letzte weiße Mann« / »The Last White Man« von Moshin Hamid aus dem Englischen, erschienen bei DuMont

Die unabhängige Jury, bestehend aus der Lektorin Katrin Aé (Hoffmann und Campe), dem Literaturkritiker Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), dem Übersetzer Markus Lemke (Preisträger 2021), der Literaturagentin Céline Meiner (Agentur Brauer) und der Autorin Katrin Seddig (Hubert-Fichte-Preis 2020), hat ihre Wahl aus 234 anonymisierten Einsendungen für Literatur, 41 Comic-Projekten und 9 literarischen Übersetzungen getroffen.

Die Preisverleihung mit Kultursenator Dr. Carsten Brosda findet am Montag, den 5. Dezember um 19.00 Uhr im Literaturhaus Hamburg. Eine Anmeldung ist unter kb-literatur@bkm.hamburg.de erforderlich.

28.10.

Stand Up With Iran!

Illustration © Mehrdad Zaeri
Illustration © Mehrdad Zaeri

Solidaritätslesung am 8. November 2022

Mit der Ermordung von Jina Mahsa Amini am 16. September 2022 ist die feministische Bewegung in Iran laut geworden. In großen Protestwellen geht die iranische Gesellschaft für den Umsturz des Regimes auf die Straße. Wir denken an die Menschen in Iran, die gerade im Kampf für ihre Freiheit unsere Unterstützung brauchen. Geben wir Ihren Stimmen ein Echo! Am Dienstag, den 8. November lädt das Literaturhaus Hamburg zu einer Solidaritätslesung ein, für die auch ein Livestream geplant ist. 

Protest findet auch jenseits der Straße auf Buchseiten statt, denn Literatur hat eine lange Tradition in der iranischen Gesellschaft und ist zu einer Form des Widerstands geworden. So lesen die bekannten Hamburger Autorinnen und Autoren Kristine Bilkau, Isabel Bogdan und Stephan Orth an diesem Abend nicht aus ihren eigenen Werken, sondern aus Texten ihrer iranischen Kolleginnen und Kollegen. Außerdem begrüßen wir Isabel Abedi und Leonie Landa mit den jungen Autorinnen des Sisters Network, die eigene Texte vortragen. Auch zu Gast ist Anise Jafarimehr, die aktuell als Stipendiatin des Writers-in-Exile-Programms des PEN Zentrums Deutschland schreibt. Zu hören ist zudem ein Text von Fatemeh, einer Tehraner Autorin, gelesen von Mehrnousch Zaeri-Esfahani. Danial Ilkhanipour, Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, spricht ein Grußwort. Durch den Abend führt die Schauspielerin Neda Rahmanian

Die Revolution beginnt mit den mutigen Frauen in Iran – lassen Sie uns zusammen unsere Solidarität zeigen. Die Gelder aus Eintritt, Bücherverkauf und Spenden gehen an die Menschenrechtsorganisation HÁWAR.help, die sich aktuell stark für die Freiheitsbewegung in Iran einsetzt. Das Literaturhaus dankt den Verlagen für ihre Bücherspenden und vor allem den Bühnengästen für ihren Auftritt.

Ein kostenfreier Livestream auf dem YouTube-Kanal des Literaturhauses ist geplant.

Datum: Dienstag, 8. 11. 2022  Zeit: 19.30 Uhr  Eintritt: € 5,–  Ort: Literaturhaus

18.10.

Aufschlag

Wie können die drängenden Themen unserer Zeit von literarischer Seite bearbeitet werden? Muss Literatur politischer werden? Braucht es literarischen Aktivismus? Darf eine Autorin Feministin sein, sollte sie es sein? Wie werden Frauenfiguren in der Gegenwartsliteratur entworfen? Gibt es »weibliches Schreiben«? Wann ist ein Text ein feministischer Text? Fragen wie diese sind immer wieder Anstoß zur Diskussion.
 
Wir machen einen Aufschlag: An drei aufeinanderfolgenden Abenden spielen sich jeweils zwei Autorinnen – eine internationale und eine deutschsprachige – die Bälle zu. Ausgehend von ihren aktuellen belletristischen Texten, die auch feministisch gelesen werden können, sprechen sie über das, was sie bewegt. Statt zum vermeintlich kontroversen Streitformat laden wir zum gemeinsamen Weiterdenken ein.

Erster Satz, Dienstag, 22.11.2022, 19.30 Uhr
Wut, Machtsysteme, Geschlechterbilder

Kritik am patriarchalen System ist garantiert, wenn Rumena Bužarovska aus Nordmazedonien mit ihrem Erzählungsband »Mein Mann« (Übersetzung: Benjamin Langer) auf die Schweizer Autorin Yael Inokai mit ihrem Roman »Ein simpler Eingriff« trifft. Moderation: Carolin Callies 
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Zweiter Satz, Mittwoch, 23.11.2022, 19.30 Uhr
Autofiktion, Erinnerung, Selbstermächtigung

Mutter-Tochter-Beziehungen sind nur eines der Themen in den autofiktionalen Romanen von Daniela Dröscher (»Lügen über meine Mutter«) und der Französin Camille Laurens (»Es ist ein Mädchen«; Übersetzung: Lis Künzli). Moderation: Miriam Zeh 
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Dritter Satz, Donnerstag, 24.11.2022, 19.30 Uhr
Fragmente, Fremdsein, Vielstimmigkeit

Die britische Autorin Deborah Levy (»Schöne Mutanten«, Übersetzung: Marion Hertle) begegnet Simoné Goldschmidt-Lechner (»Messer, Zungen«) in einem Gespräch über ihre Debüts, Herkünfte und verschiedene literarische Ansätze. Moderation: Thorsten Dönges
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Einzelticket: € 12,– / 8,– / Streaming € 6,– 
Kombiticket: € 25,– / 17,– / Streaming € 12,– Kombiticket kaufen

Mit freundlicher Unterstützung der Kunst- und Literaturstiftung Petra und K.-H. Zillmer unter dem Dach der Hamburgischen Kulturstiftung