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07.12.

Neue Gedankenflieger-Termine ab Februar

Philosophieren mit Kindern – »Wann sind wir frei?«

Kommen Sie mit Ihrer Grundschulklasse zu den Gedankenfliegern ins Literaturhaus zum gemeinsamen Nachdenken, Überdenken und Querdenken – zum Philosophieren!

Nach der Begrüßung und einer Einführung ins Philosophieren bildet eine gemeinsame Bilderbuchbetrachtung den Ausgangspunkt für unsere spannenden Gedankenreisen. Im Gespräch mit Anderen, beim gemeinsamen Nachdenken und Hinterfragen, aber auch beim anschließenden Malen und Basteln lernen die Kinder spielerisch, ihre Gedanken in Worte zu fassen, andere Meinungen gelten zu lassen, Argumentationstechniken zu üben und so neue Perspektiven zu gewinnen. Mit unserem eigens entwickelten Gedankenflieger-Magazin erhalten Sie außerdem ein ausgezeichnetes Arbeitsheft, in dem die Kinder ihre Gedanken kreativ vertiefen können und Sie als Lehrer Buchtipps und Anregungen finden, um in der Schule weiter zu philosophieren. Unsere Referenten und Referentinnen sind erfahrene Kinderphilosophen und Fachautoren, die mit großem Wissen, viel Erfahrung und nimmermüder Begeisterung den Gedanken der Kinder folgen und ihnen wertschätzend zu Ausdruck, Raum und Struktur verhelfen.

»Wann sind wir frei?« – eine Frage, die sich gar nicht so leicht beantworten lässt – umso spannender, darüber nachzudenken. Gibt es Bedingungen für Freiheit, und wie sehen die aus? Bedeutet Freiheit, dass jeder machen darf, was er will? Verkörpern Regeln schon Unfreiheit, oder regeln sie vielleicht Freiräume? Was würde ich tun, wenn ich ganz frei wäre, und wohin führte das? In welchem Verhältnis steht meine persönliche Freiheit zur Freiheit meiner Mitmenschen? Welche Arten von Freiheit gibt es, welche wünsche ich mir, welche vermisse ich? Die Freiheit gehört zu den Grundbegriffen der Philosophie, und frei fragend und denkend wollen wir uns ihm annähern. 

Bei der Buchauswahl gehen wir sehr sorgfältig vor. Wir philosophieren unter anderem mit folgenden Titeln: »Wie der Elefant die Freiheit fand« von Jorge Bucay und Gusti, »Papilios Welt« von Elisabeth Steinkellner und Michael Roher, »Wer ist hier der Chef?« von Bart Moeyaert und Katrien Matthys und sowie »Vorsicht, roter Wolf!« von Marco Viale.

Ab sofort nehmen wir Anmeldungen für unsere Gedankenflieger-Veranstaltungen im Literaturhaus entgegen. Die neuen Termine:

• 26. Februar, 9.00–10.30 Uhr 
• 26. Februar, 11.00–12.30 Uhr 
• 26. März, 9.00–10.30 Uhr 
• 26. März, 11.00–12.30 Uhr 
• 30. April, 9.00–10.30 Uhr 
• 30. April, 11.00–12.30 Uhr 
• 28. Mai, 9.00–10.30 Uhr 
• 28. Mai, 11.00–12.30 Uhr 

Die Veranstaltungen dauern 1,5 Stunden, Unkostenbeitrag € 90, pro Klasse, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung. Weitere Informationen auf der Gedankenflieger-Seite.

Anmeldung unter gedankenflieger@literaturhaus-hamburg.de

ANMELDEFORMULAR (PDF) 

05.12.

Ausgesprochen gut!

Christine Knödler und Katharina Mahrenholtz empfehlen neue Kinder- und Jugendbücher

In der vergangen Woche ist unsere neue Reihe »Ausgesprochen gut!« gestartet. In diesem Format soll zweimal im Jahr neuer Lesestoff für Kinder und Jugendliche vorgestellt werden. Egal ob Fantasy- und Alltagsgeschichten, lustige und spannende Geschichten oder die ganz große Literatur, es ist für jeden etwas dabei.

Jedes Jahr erscheinen zahlreiche neue Kinder- und Jugendbücher, da kann man schnell den Überblick verlieren, deshalb haben unsere beiden Expertinnen Christine Knödler, Kritikerin unter anderem für die »Süddeutsche Zeitung«, und Katharina Mehrenholtz, Redakteurin beim NDR kurzweilig und informativ die besten Bilder-, Kinder- und Jugendbücher für jedes Alter, bei uns vorgestellt.

Kinderbuch

  • Franz Hohler: »Am liebsten aß der Hamster Hugo Spaghetti mit Tomatensugo. Tiergedichte« mit Illustrationen von Kathrin Schärer. Hanser, € 14,– (ab 5)
  • Silke Lambeck: »Mein Freund Otto, das wilde Leben und ich«. Gerstenberg, € 12,95 (ab 8)
  • A. L. Kennedy: »Onkel Stan und Dan und das fast ungeplante Abenteuer« aus dem Englischen von Ingo Herzke. Orell Füssli, € 14,95 (ab 9)
  • Tamara Bos: »Romys Salon« aus dem Niederländischen von Andrea Kluitmann. Gerstenberg,  € 14,95 (ab 9)
  • Sabine Lemire und Rasmus Bregnhoi: »Mira #freunde #verliebt #einjahrmeineslebens« aus dem Dänischen von Franziska Gehm. Klett Kinderbuch, € 15,– (ab 9)
  • Holly Goldberg Sloan: »Short« aus dem Englischen von Katharina von Savigny. Hanser, € 16,– (ab 10)
  • Frida Nilsson: »Ich und Jagger gegen den Rest der Welt« aus dem Schwedischen von Friederike Buchinger. Mit Illustrationen von Ulf K. Gerstenberg, € 14,95 (ab 9)
  • John August: »Arlo Finch – Im Tal des Feuers« aus dem Englischen von Wieland Freund und Andrea Wandel. Arena, € 16,– (ab 10)

Jugendbuch

  • Davide Morosinotto: »Verloren in Eis und Schnee« aus dem Italienischen von Cornelia Panzacchi. Thienemann, €18,– (ab 12)
  • Ali Benjamin: »Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren« aus dem Englischen von Petra Koob-Pawis. Hanser, € 17,– (ab 12)
  • Ying Chang Compestine: »Revolution ist keine Dinnerparty« aus dem Englischen von Nicola T. Stuart. Jacoby & Stuart, € 15,– (ab 14)
  • Antonia Michaelis: »Tankstellenchips: Ein Heldenepos«. Oetinger, € 18,– (ab 14)
  • Nataly Elisabeth Savina: »Meine beste Bitch«. S. Fischer, € 16,– (ab 14)
  • A. J. Steiger: »Jeder von uns ist ein Rätsel« aus dem Englischen von Annette von der Weppen. Carlsen, € 18,– (ab 14)

Sachbuch  

  • Franziska Gehm & Horst Klein: »Hübendrüben: Als deine Eltern noch klein und Deutschland noch zwei waren«. Klett Kinderbuch, € 14,– (ab 7)
  • Menno Metselaar und Piet van Ledden: »Alles über Anne« aus dem Niederländischen von Waltraud Hüsmert. Carlsen, € 20,– (ab 10)
  • Dazu sei unbedingt »Das Leben der Anne Frank« als Graphic Diary empfohlen. Umgesetzt von Ari Folman und David Polonsky. S. Fischer, € 20,–
04.12.

Mara-Cassens-Preis 2018 für Anja Kampmann

Anja Kampmann © Juliane Henrich
Anja Kampmann © Juliane Henrich

Für ihren Debütroman »Wie hoch die Wasser steigen« erhält Anja Kampmann den »Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman« 2018

Mit ihrem Roman »Wie hoch die Wasser steigen«, 2018 bei Hanser erschienen, gewinnt Anja Kampmann den Mara-Cassens-Preis des Literaturhauses Hamburg. Der Preis, der von einer Leserjury vergeben wird, ist mit 15.000 Euro der höchstdotierte Preis für einen deutschsprachigen Debütroman. Erstmals verliehen wurde er 1970. Die Auszeichnung soll es Autorinnen und Autoren ermöglichen, »sich für eine gewisse Zeit ganz dem Schreiben zu widmen«, so der Wunsch der im August 2015 verstorbenen Stifterin. Die Mara und Holger Cassens Stiftung stiftet den Preis im Gedenken an Mara Cassens und ihren Einsatz für die Literatur weiterhin jährlich. Die Preisträgerinnen der letzten Jahre sind Verena Boos (2015), Katharina Winkler (2016) und Sasha Marianna Salzmann (2017), auch 2018 erhält ihn eine Autorin.

Die ehrenamtliche Jury setzt sich aus Mitgliedern des Literaturhaus-Vereins zusammen. 15 engagierte Leserinnen und Leser lasen 63 im Jahr 2018 erschienene Debütromane. 13 Titel schafften es in die finale Auswahlrunde. Unter den Favoriten waren Katharina Adler mit »Ida«, Michael Hugentobler mit »Louis oder Der Ritt auf der Schildkröte« und Martin Zels mit »Aus der Haut«.

Weil der Roman auf überraschende Weise und in dichter, poetischer Sprache die Rückkehr aus der Fremde und den Versuch beschreibt, aus einer bodenlosen Arbeitswelt ins eigene Leben zurückzufinden, fiel die Entscheidung der Jury für den Mara-Cassens-Preis 2018 auf »Wie hoch die Wasser steigen« von Anja Kampmann. Das Buch erzählt von Waclaw/Wenzel Groszak, Ölbohrarbeiter auf einer Plattform mitten im Meer. Nachdem in einer stürmischen Nacht sein enger Freund Mátyás verschwunden ist, reist Waclaw nach Ungarn, um die Nachricht und in zwei Seesäcken Mátyás’ Sachen zu dessen Familie zu bringen. Eine Rückkehr auf die Plattform kommt danach für Waclaw nicht mehr infrage. Vor der westafrikanischen Küste wirft er seine Arbeitskleider weg, bricht über Malta und Italien auf nach Norden, ins Ruhrgebiet, wo er als Kind polnischer Gastarbeiter aufwuchs. Geografisch kommt er so seiner großen Liebe Milena wieder näher, doch es bleibt offen, ob er noch ankommen kann.

Aus der Jurybegründung: »Anja Kampmann hat mit ›Wie hoch die Wasser steigen‹ einen außergewöhnlichen Roman vorgelegt. Was dieses Buch so herausragen lässt, ist seine kraftvolle Sprache, die die Leserinnen und Leser fest in ihren Bann nimmt. Anja Kampmann gelingt es, mit präzisen Formulierungen und prägnanten Bildern, mit Rückblenden und zugleich mit Auslassungen und Andeutungen die Welt der Arbeiter und das Herumreisen des einsamen Waclaw sehr genau zu entwerfen. Sie skizziert äußerst überzeugend eine Lebensrealität an uns bisher unbekannten Schauplätzen. Auf Basis gründlicher Recherchen schafft sie es, die Härte des Lebens auf der Bohrinsel genauso klar zu beschreiben wie die schwelende Verlorenheit des Protagonisten. Ihre originäre Sprache lässt die besondere verdichtete Atmosphäre der Geschichte entstehen. Ein beeindruckendes erzählerisches Debüt.«

Anja Kampmann, 1983 in Hamburg geboren, studierte an der Universität Hamburg und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie lebt in Leipzig. Unter anderem wurde sie 2013 mit dem MDR-Literaturpreis, 2015 mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis und 2018 mit einem Förderpreise zum Lessing-Preis ausgezeichnet. Ihr Lyrikdebüt »Proben von Stein und Licht« (Edition Lyrik Kabinett, 2016) erschien wie ihr Debütroman im Hanser Verlag. »Wie hoch die Wasser steigen« war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse und stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis.

Die feierliche Verleihung des Mara-Cassens-Preises findet am Dienstag, 15. Januar 2019, im Literaturhaus Hamburg statt. Die Preisträgerin und Holger Cassens als Vertreter der Mara und Holger Cassens Stiftung sind anwesend. Die Laudatio hält Katrin Schumacher (MDR). Die Staatsrätin der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg Jana Schiedek spricht ein Grußwort. Die Preisverleihung ist bereits ausgebucht.

Das Literaturhaus-Team gratuliert Anja Kampmann sehr herzlich!