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15.11.

10. Europäische Literaturtage in der Wachau

Vom 22. bis 25. November erwartet Sie zum 10. Jubiläum der Europäischen Literaturtage ein besonderes Programm

Das Programm der diesjährigen Europäischen Literaturtage beschäftigt sich mit den interdisziplinären Diskurs im Austausch zwischen Literatur und Film, Sprache und Bild. In einer Zeit des ständigen Mediengebrauchs sind wir in einem noch nie da gewesenen Ausmaß von einer Fülle an Texten und Bildern umgeben. Können wir zwischen Fiktion und Wirklichkeit noch unterscheiden? Was lösen Informationen in uns aus? Was berührt uns emotional und was bringt uns Einsichten? Wie wird die Welt gebildet? Wie steht es um das Lesen von Büchern, wie um den literarischen Film, und wie um die künstlerische Erzählung in Zeiten der medialen Reizüberflutung? Literatinnen und Literaten haben die Gabe, aktuelle Tendenzen aufzunehmen und ihnen nachzuspüren, entgegenzuwirken, sie aufzubrechen.

Eröffnet werden die Literaturtage am Donnerstagabend im Klangraum Krems Minoritenkirche auch heuer mit einem Gespräch von Robert Menasse über ein brennendes Gegenwartsthema. Unter dem Titel »Wie wird die Welt gebildet?« diskutiert er mit dem Philosophen Richard David Precht über die Frage, ob und wie wir den Anforderungen der zukünftigen Welt gewachsen sein werden. Im Schloss zu Spitz und im Kino im Kesselhaus Krems folgen freitags und samstags Gesprächsrunden, Lesungen und Filmeinspielungen zum Programmschwerpunkt Erzählen in Literatur und Film, unter anderem mit Katharina Hacker, Ildikó Enyedi, Kathrin Resetarits und Răzvan Rădulescu: Welche Bilder und Erzählungen berühren uns emotional? Warum und wie tun sie dies, und warum lässt uns anderes völlig kalt? Eine weitere Programmschiene stellt ausgewählte Bücher vor, kombiniert mit Weinverkostungen, kulinarischen Feinheiten und Musik: am Freitag mit Vea Kaiser und dem Gitarren-Cello-Duo Sain Mus, am Samstag unter anderem mit Nino Haratischwili, Carmen Stephan, Madame Nielsen und am Sonntag mit Ilija Trojanow, dem im Rahmen einer literarisch-musikalischen Matinee mit dem Ensemble ContrasTon aus Budapest der diesjährige Ehrenpreis des Österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln überreicht wird. Das reiche Rahmenprogramm bietet Filmvorführungen im Kino im Kesselhaus, Führungen durch Spitz an der Donau und das Schifffahrtsmuseum sowie die Ausstellung »Die schönsten Bücher Österreichs« im Karikaturmuseum Krems

Neben literarischen, musikalischen und kulinarischen Veranstaltungen werden auch Filme gezeigt. Die Wachau, unterstützt durch das EU-Projekt »Literaturhaus Europa«, ist zu einem Ort der internationalen Vernetzung und Begegnung des literarischen Europas geworden. Das Literaturhaus Hamburg ist seit mehreren Jahren Kooperationspartner beim Literaturhaus Europa.

14.11.

März & Moritz & 1 Gast (Folge 30)

​Ursula März, Rainer Moritz und ihr Gast Maike Albath debattieren am Mittwoch, den 21. November, folgende Neuerscheinungen:

  • Elizabeth Strout: »Alles ist möglich« (Luchterhand; Übersetzung: Sabine Roth)
  • Georges Simenon: »Das blaue Zimmer« (Kampa; Übersetzung: Hansjürgen Wille und Barbara Klau)
  • Karl-Heinz Ott: »Und jeden Morgen das Meer« (Hanser)
  • Ursula Krechel: »Geisterbahn« (Jung und Jung)
  • Michael Köhlmeier: »Bruder und Schwester Lenobel« (Hanser)

Für die Veranstaltung »März & Moritz & 1 Gast« sind noch ein paar Tickets im Vorverkauf verfügbar, weitere Informationen auf der Veranstaltungsseite.

09.11.

Hamburger Erklärung der Vielen

Wir sind Viele – Jede*r Einzelne von uns © Die Vielen e. V.
Wir sind Viele – Jede*r Einzelne von uns © Die Vielen e. V.

Das Literaturhaus gehört zu den Erstunterzeichnenden der Erklärung der Vielen. »Das Literaturhaus Hamburg hat die Erklärung der Vielen unterzeichnet, weil wir die Offenheit der Kunst aufrechterhalten wollen, um eine offene Gesellschaft zu sichern. Literatur ist die Kunst des Wortes und sie ermöglicht es, Debatten anzustoßen, kritisches Denken zu fördern und sensibel die Welt wahrzunehmen.« (Leiter Prof. Dr. Rainer Moritz)

Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt

In Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Kunstschaffende. Als Kulturschaffende in Deutschland tragen wir deshalb eine besondere Verantwortung.

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte und nationalistische Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur. Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind Alltag. Die extreme Rechte ist ein Symptom davon. Dieses Bündnis will nicht nur Symptome bekämpfen, sondern in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Verhandlung. Wir müssen die Kunst- und Kulturräume sowie unsere Gesellschaft öffnen, damit wir wirklich Viele werden!

Wir als Unterzeichnende der Hamburger Theater, Kunst- und Kultureinrichtungen und ihrer Interessensverbände begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung.

  • Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über Strategien, die die Gesellschaft der Vielen angreifen. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Wir, die Unterzeichnenden, bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir, die Unterzeichnenden, wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir, die Unterzeichnenden, verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch rechte Ideologien immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

#DIEKUNSTBLEIBTFREI #VIELEGEGENRECHTS #GLÄNZENSTATTAUSGRENZEN

Mit gold-glänzendem Layout, glitzernder Kleidung und allem, was strahlt, wollen die Vielen den dumpfen Hass-Tönen und perfiden kulturellen Umdeutungen der Rechtsnationalen glänzende Happenings entgegensetzen. Das Bild der Rettungsdecke steht für uns hierbei sowohl als ein Zeichen der Hilfe für diejenigen, deren Leben durch Krieg bedroht ist und das nicht verhandelbare Recht auf Asyl, als auch für das Streben nach einem glänzenden Leben für Alle!

Hamburger Erklärung der Vielen und Selbsterklärung (PDF)

Liste der erstunterzeichnenden Hamburger Kunst- und Kulturinstitutionen, Stand: 9.11.2018, 9.00 Uhr (PDF)

Weitere Informationen auch auf der Website des Vereins Die Vielen.