31.5.

Mai im Literaturhaus

Leider finden keine Veranstaltungen statt

Im Mai können Veranstaltungen im Literaturhaus noch nicht wieder stattfinden. Die Literaturhaus-Bühne mit folgenden zu bespielen, hätte uns besonders gefreut:

Der israelische Autor Eshkol Nevo war eingeladen. Mit Margarete von Schwarzkopf wollte er über sein aktuelles Buch »Die Wahrheit ist« (dtv; Übersetzung: Markus Lemke) sprechen. Stephan Benson hätte den deutschen Text gelesen. Eigentlich will die Hauptfigur mit dem Namen Eshkol Nevo ein Buch schreiben, seinen nächsten Roman. Doch diesmal schaut das weiße Blatt vom Computer nur stumm zurück, eine gähnende Leere. Also beginnt er, fast schon gegen seinen Willen, Leserfragen zu beantworten. Sein vielleicht längstes Interview beginnt …

Anne Enright wäre zu Gast gewesen. Die irische Autorin hätte ihren neuesten Roman »Die Schauspielerin« (Penguin, Übersetzung: Eva Bonné) vorgestellt, moderiert von Bernhard Robben, vorgelesen von Marta Dittrich. Tochter Norah blickt darin zurück auf das Leben ihrer Mutter, der einst gefeierten Schauspielerin Katherine O’Dell, die es von den irischen Dorfbühnen bis nach Hollywood geschafft hat. Zu diesem Roman sollte außerdem der Leseclub des Literaturhauses stattfinden, ein Format, das wir im Herbst, wenn auch mit einem anderen Buch, wieder aufnehmen werden.

Richard Russo wollte kommen und sein Buch »Jenseits der Erwartungen« (DuMont; Übersetzung: Monika Köpfer) präsentieren. Gabriele von Arnim wäre seine Gesprächspartnerin gewesen. Der Roman erzählt von drei Menschen, die sich fremd geworden sind, und vom Umgang mit der Unsicherheit, ob die eigenen Lebensentscheidungen die richtigen waren.

Zum 100. Geburtstag des Schriftstellers, Jazztrompeters, Chansonniers, Übersetzers, Ingenieurs und Pataphysikers Boris Vian wollten wir eine musikalische Lesung anbieten. In Frankreich war der Autor von »L’Écume des jours« (Die Gischt der Tage) nach seinem frühen Tod 1959 für viele rebellische Geister zu einer anarchischen Orientierungsfigur geworden. Im deutschsprachigen Raum hatte sich zwar vor allem der Wagenbach Verlag des »Prinzen von St. Germain« angenommen, doch bleibt Boris Vian hierzulande weitgehend ein Geheimtipp.

Bücher haben kein Verfallsdatum, Bücher währen länger. Mit der vom Netzwerk der Literaturhäuser initiierten Kampagne möchten wir dazu aufrufen, den Frühjahrstiteln, die in der Corona-Krise unterzugehen drohen, einen ZWEITENFRUEHLING zu verschaffen. Bis hinein in den Sommer 2021 werden wir und all die Partner Büchern, die von Februar bis Juli 2020 erschienen sind, Aufmerksamkeit schenken. Sie werden in unseren kommenden Programmen Veranstaltungen zu Büchern aus diesem Zeitraum finden.

Für einige Veranstaltungen, die seit Mitte März ausfallen mussten, haben wir neue Termine im Spätsommer und Herbst gefunden, für einige suchen wir noch nach Alternativen, andere müssen leider ersatzlos ausfallen. Aus einem zweiten Frühling kann leider kein doppelter Herbst werden, denn laufend erscheinen neue Bücher, publizieren Autorinnen und Autoren – diese Schöpfungskraft ist virusresistent. Verbreiten wir sie weiterhin gemeinsam!

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Informationen
Datum
Sonntag, 31.5.2020
Zeit
rund um die Uhr
Eintritt
Kein Eintritt möglich
Ort
Literaturhaus

nächste Termine

Dita Zipfel © Dawn Stoloff
22.9.
auswärts
ab 12
Datum:
22.9.2020
Zeit:
10.30
Uhr
Eintritt:
Eintritt frei
Ort:
als geschlossene Veranstaltung an einer Schule
Michael Hampe © Daria Stratmann
23.9.
Datum:
23.9.2020
Zeit:
19.00
Uhr
Eintritt:
14,–/10,–/Streamingticket 5,–
Ort:
Literaturhaus
Miriam Holzapfel © Gunter Glücklich
25.9.
ab 18
Datum:
25.9.2020
Zeit:
ab 10
Uhr
Eintritt:
210,–
Ort:
Kampnagel, Jarrestraße 20, Probebühne 6C