3.4.

Peter Stamm

liest aus seinem neuen Roman »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt«

Wenn sich das um Jahre jüngere Ich zu einem Er verselbstständigt hat, liegen in der Erfahrung der Verdopplung Schock und Chance zugleich. Als der Autor einem wesensgleichen Mann an den Stationen seiner eigenen Biografie begegnet, zieht es ihn förmlich in die Observation und damit in den Zwiespalt, den anderen als Widersacher oder Zögling zu sehen. Hat er Verantwortung zu übernehmen für den bereits gegangenen Weg, dem er ihn jetzt aussetzt, sind Entscheidung und Konsequenz unabwendbar? Wessen Geschichte ist gesetzt, wessen Existenz gesichert? Der Autor, der im wahrhaftigen Schreiben immer an Nähe verlor, will Erzähler sein und verabredet sich mit Lena, die – mit dem Jüngeren verheiratet – seiner damaligen Liebe Magdalena gleicht. Er will warnen, und ihr Glück erhalten. Lena ist Schauspielerin und dadurch selbst eine der Illusion nahe­stehende Figur. Sie spielt andere. Sie besteht auf Abgrenzung und Unabhängigkeit, und doch hält ihre Neugierde sie einen wendungsreichen Spaziergang lang bei ihm.

Mit »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt« (S. Fischer) legt der 1963 geborene Peter Stamm ein Vexierspiel vor, das anders als in dem Vorgängerroman »Weit über das Land« nicht durch Vereinzelung die Haltbarkeit von Beziehungen prüft, sondern in der Auseinandersetzung mit leibhaftigen, nur leicht verschobenen Versionen von Ich und Ihr.

Moderation: Katrin Schumacher

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Informationen
Datum
Dienstag, 3.4.2018
Zeit
19.30 Uhr
Eintritt
€ 12,– /8,–
Ort
Literaturhaus

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Ort:
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