21.8.

WILHELM GENAZINO

liest aus seinem neuen Roman »Bei Regen im Saal«

»Ich habe ein lockeres Verhältnis zur Selbstverschrottung der Welt.«

Es treffe ein vergeistigter Mann mit Hang zur Depression auf eine lebenstüchtige Dame Ende ihrer Dreißiger. Es komme zu Anziehung und Abstoßung, zu Reibungen psychischer und physischer Art. Dabei entsteht etwas Neues: ein echter Genazino. Reinste Qualität. Begnadete Sprachtüfteleien. Hoher Suchtfaktor. Q.e.d.

Ja, die Formel scheint bekannt, doch das Ergebnis ist immer wieder neu. Keiner kann solch vergnügt-melancholische Sätze schreiben wie der 1943 geborene Georg-Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino. Der Held in seinem neuen Roman »Bei Regen im Saal« (Hanser), ein promovierter Philosoph, arbeitet gelegentlich als »Überwinder«, zumeist jedoch an einer Hotelbar und später in der Lokalredaktion des Taunus-Anzeigers, sogar – die Erniedrigung kennt keine Grenzen – in der Sportredaktion, für die er sich auf sonntäglichen Amateurfußballplätzen herumtreiben muss. Er liebt und liegt, meistens bei Sonja, einer Finanzbeamtin mit einer praktischen Herangehensweise an den Alltag. Er beobachtet Tiere. Er wundert sich über Menschen, die sich nicht mehr wundern. Und dann heiratet Sonja. Einen anderen. Die Welt unseres Helden rutscht ein bisschen mehr aus ihrer Halterung: »Vieles im Leben geschah nur, damit es verheimlicht werden und im Inneren des Menschen umso heftiger nacherzählt werden konnte.«

Moderation: Insa Wilke

Medienpartner NDR Kultur und NDR Info

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Informationen
Datum
Donnerstag, 21.8.2014
Zeit
19.30 Uhr
Eintritt
€ 10,– / 8,– / 6,–
Ort
Literaturhaus

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