12.5.

LYDIA DAVIS

stellt ihre Erzählungen »Kanns nicht und wills nicht« vor

Für Unvermögen und Verweigerung spricht nichts aus dem siebenten Erzählband der US-amerikanischen Autorin Lydia Davis. Auch die Jury des Man Booker International Prize ließ sich vom Gestus des Understatements nicht täuschen und prämierte sie 2013 für ihr Werk. Ihre neuen Erzählungen »Kanns nicht und wills nicht« liegen bei Droschl vor.

In ihren kurzen Prosastücken zeigt sich Davis als formalvergnügliche Spielerin, die a-Lauten nachspürt oder eine Geschichte in aller Knappheit sich endlos in den eigenen Schweif beißen lässt. Dem Metakommentieren eigenen Schreibens verwandt sind auch die Bearbeitungen Flaubert’scher Geschichten, die Davis aus ihrer Übersetzertätigkeit fruchtbar machte. Das Fangnetz ihrer Storys ist jedoch kein intellektuell Abstraktes. Sie rühren ganz still mit Verlust, wenn die Hoffnung das Vermissen ersetzt, man müsse nur ausreichend seiner Haare sammeln, um den entlaufenen Hund wieder zusammensetzen zu können. Neben Traumnotaten nutzt Davis die Textsorte des Beschwerdebriefes, um in den zu Ernsthaftigkeit geronnen Irritationen der Menschen eine große, unfreiwillige Komik freizulegen. Davis weiß um Maß und Wirkung, wenn sich in den (Kl)einzeilern »Lokaler Nachrufe« das Lebensdestillat 80-Jähriger kaum entwickelter liest als die frühen Eintragungen aus Freundebüchern und sie die Choreographie weidender Kühe im Gegenzug in einer mehrseitigen, ganz wunderbaren Schilderung fixiert.

Moderation: Julika Griem

Deutsche Lesung: Marta Dittrich

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Informationen
Datum
Dienstag, 12.5.2015
Zeit
19.30 Uhr
Eintritt
€ 10,– / 6,–
Ort
Literaturhaus

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