1.3.

Fatma Aydemir

liest aus ihrem Roman »Ellbogen«

Ihr Name ist Hazal Akgündüz. Sie ist 17, in Berlin geboren und ihre Identität, deutschtürkisch, irgendwie unausgegoren – nicht nur in der Begrenzung der tradierten Rollen der Cąy trinkenden Großfamilie. Berufsvorbereitende Bildung schwänzt Hazal zunehmend. Wenn sich die »Kanakenfresse« doch eh nicht verbergen lässt, warum an eine Jobchance glauben. Nur mit Elma, Gül und Ebru nimmt das Leben Fahrt auf. Mit ihnen wird auf hohen Schuhen stark, wer bei Drogennachmittagen und kleinerem Diebstahl schnell in Angst vor Abschiebung verfällt. Unbemerkt verwischt die Grenze zwischen Ablehnungserfahrung und -provokation. Als die gemeinsame Partynacht vor den Türstehern eines Clubs vorzeitig endet, bricht sich schließlich unförmige, rohe Gewalt Raum. Polizeilich gesucht flieht Hazal überstürzt zu ihrer Internetbekanntschaft Mehmet nach Istanbul. In der ihr unbekannten Stadt ist es vor allem Hazal selbst, die sich der Frage stellen muss, wer sie ist und was sie von ihrem Leben erwartet.

Stark und ungehalten ist Aydemirs Debütroman, und er faucht in einer filmisch präzisen Art, in einer Unmittelbarkeit heraus, wie Hazals Rennen, ihr Anrennen gegen das, was als Schicksal angenommen ist, monströs gerät.

Fatma Aydemir, 1986 in Karlsruhe geboren, arbeitet als Redakteurin bei der »taz« und als freie Autorin diverser Zeitschriften. »Ellbogen« (Hanser) ist für den Debütpreis der lit.COLOGNE 2017 nominiert.

Moderation: Marie Schmidt

Kulturpartner NDR Kultur

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Informationen
Datum
Mittwoch, 1.3.2017
Zeit
19.30 Uhr
Eintritt
€ 10,–/6,–
Ort
Literaturhaus

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Ort:
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