16.2.

KAREN DUVE

liest aus ihrem visionären Roman »Macht«

»Wir können alle tun, was wir wollen, ohne uns vor den Folgen fürchten zu müssen. Das ist das Gute daran, wenn es keine Zukunft gibt.«

Wir schreiben das Jahr 2031: Die Menschen vertiefen die Köpfe ins Ego-Smart, Kinder spielen mit menschengroßen Projektionen. Für den Fleisch- und Heizölkauf steht ein CO2-Punktekontingent zur Verfügung, die Landschaft ist geprägt vom genmanipulierten, alles überwuchernden Raps. Hochwasserflüchtlinge in Köln zeigt das Fernsehen, während in Hamburg Sturm die Menschen ins Haus peitscht. Das Ende der Menschheit wird auf fünf bis zehn Jahre kalkuliert, und so bieten zahlreiche Splitterreligionen kostenlose Sterbehilfe an. Die Hemmschwelle sinkt, mittels krebsverursachender Medikamente die nicht mehr vorhandene Bio-Jugend durch eine Chrono-Jugend zu ersetzen. Auf dem Klassentreffen findet sich Sebastian daher halsbrecherisch dosierten 30- bis 40-jährigen, straffen Körpern gegenüber – und seiner Jugendliebe Elisabeth. Wie unschuldig die Berührungen zwischen den beiden Ökos mit Restidealen sind. Ganz anders als mit seiner nach der Trennung im Keller gefangen gehaltenen Frau Christine.

Karen Duve, 1961 in Hamburg geboren, knüpft mit ihrem Roman »Macht« (Galiani) an ihre Essays »Tiere essen« und »Warum die Sache schiefgeht« an. An die Grenzen des Zumutbaren geworfen trifft der Leser hier auf einen Protagonisten, der sich im großen Kontext machtlos zeigen muss und im Privaten das Maß verliert.

Moderation: Thomas Böhm

Medienpartner NDR Kultur und NDR Info

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Informationen
Datum
Dienstag, 16.2.2016
Zeit
19.30 Uhr
Eintritt
€ 12,–  /  8,–
Ort
Literaturhaus

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