23.11.

TOMAS ESPEDAL (NO)

liest aus »Wider die Kunst«

»Wir haben keine Mutter mehr« sind die ersten Worte, die Tomas Espedal seiner Tochter sagt, als deren Mutter gestorben ist. »Wider die Kunst« (Matthes & Seitz; Übersetzung: Hinrich Schmidt-Henkel), eine Mischung aus autobiografischer Erzählung, Autorentagebuch und Familienchronik, setzt an einem Wendepunkt des Autors ein. Binnen weniger Monate sterben seine Mutter und seine Frau, und er bleibt mit seiner jüngsten Tochter allein zurück. Der verzweifelte Versuch, dem Mädchen die Mutter zu ersetzen, beraubt das Kind des Vaters. Espedal beginnt Halt zu suchen in der Erkundung seiner Familiengeschichte. Meisterhaft erzählt er von sich und parallel von mehreren Generationen und Familienzweigen. Durch die eleganten Sprünge in Perspektive, Zeit und Raum entsteht ein eigenwilliger Sog, in dem es um das Schreiben, um die Kontinuität der Geschichte und darum geht, was Familie, was das Zuhause ausmacht.

Tomas Espedal, geboren 1961 in Bergen, gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller Norwegens. Für »Wider die Kunst« wurde er mit dem Søren-Gyldendal-Preis und dem Kritikerpreis ausgezeichnet. Zum Folgeband »Wider die Natur« – in Deutschland bereits 2014 erschienen – schreibt Iris Radisch, was generell für Espedal gilt: »Alle, die neuerdings wieder nach einem neuen, unverbrauchten Realismus dürsten wie nach klarem Wasser in der Wüste, werden dieses Buch lieben.«

Moderation: Uwe Englert

Deutscher Text: Helmut Mooshammer

Tomas Espedal: geboren 1961 in Bergen, vielfach für seine Romane ausgezeichnet, wurde bereits zweimal für den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert. Große Bekanntheit erlangte er in Norwegen durch seine Erzählungen an der Grenze zwischen Roman und Autobiografie, zu denen auch »Wider die Kunst« (Matthes & Seitz) zählt. Sein Debütroman »En vill flukt av parfymer« erschien 1988.

Helmut Mooshammer: geboren 1955 in der Steiermark. Er studierte Lehramt für Biologie und Deutsch. Seine Schauspielausbildung begann er 1977 am Bruckner-Konservatorium in Linz. Es folgten Engagements in Münster, Konstanz, Kassel und Düsseldorf. Von 2000 bis 2009 war Mooshammer Ensemblemitglied des Hamburger Thalia Theaters. Zudem lehrte er an der Folkwangschule in Essen und an der Hamburger Theaterakademie. Seit 2009 gehört er zum Ensemble des Deutschen Theaters in Berlin und ist u. a. in Inszenierungen von Andreas Kriegenburg und Stephan Kimmig zu sehen.

Uwe Englert: geboren 1960, studierte Skandinavistik, Germanistik und Theaterwissenschaften in München, Oslo und Berlin. Ab 1989 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität München, wo er mit einer Arbeit über Henrik Ibsen promoviert hat. 2001 Wechsel an die Goethe-Universität Frankfurt. Er ist Herausgeber mehrerer Anthologien zur skandinavischen Gegenwartsliteratur und lebt als freier Übersetzer, Redakteur und Publizist in München.

Mit freundlicher Unterstützung von NORLA – Norwegian Literature Abroad | Medienpartner NDR Kultur und NDR Info

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Informationen
Datum
Montag, 23.11.2015
Zeit
20.30 Uhr
Eintritt
€ 12,– / 8,–
Ort
Literaturhaus

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