24.6.

BORIS PAHOR

Lesung und Gespräch mit Jan Philipp Reemtsma und Thomas Poiss

Slowenien war Schauplatz einer der verlustreichsten Frontlinien des Ersten Weltkriegs. 1920 fiel ein Teil der Region an Italien, in dem nach der Machtübernahme durch die Faschisten eine brutale »Italienisierung«, u. a. durch das Verbot der slowenischen Sprache, durchgeführt wurde. 1939 wurde der bei Österreich verbliebene Teil Sloweniens Teil des »Großdeutschen Reiches«. 1941 besetzte Deutschland Jugoslawien. Es begann die »Germanisierung« mit dem Verbot slowenischer Schulen, »rassischen Musterungen«, Deportationen und Terror.

Boris Pahor, geboren 1913 in Triest, erlebt als Jugendlicher den Terror des italienischen Faschismus, wird zur Armee eingezogen und in Libyen eingesetzt. 1943 schließt er sich der Befreiungsbewegung an, wird denunziert und nach Dachau und schließlich nach Bergen-Belsen deportiert. Nach 1945 arbeitete Pahor als Gymnasiallehrer in Triest und hat seit den 1950er Jahren zahlreiche Romane veröffentlicht, von denen mehrere ins Deutsche übersetzt sind. Pahor, der 2013 seinen 100. Geburtstag beging, war mehrfach für den Literaturnobelpreis im Gespräch.

Am Vorabend der Eröffnung der Ausstellung »Letzte Zeugen. Erinnerungen von Häftlingen der faschistischen Lager« in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme liest Boris Pahor aus seinem Werk und spricht mit dem Literaturwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma, Honorarkonsul der Republik Slowenien, und mit Thomas Poiss über die literarische Reflexion von Geschichte.

Simultanübersetzung: Rosemarie Linde

Mit freundlicher Unterstützung des Honorarkonsulats der Republik Slowenien (Hamburg), der Botschaft der Republik Slowenien (Berlin), des Zentrums für Slowenisch als Fremdsprache (Universität Ljubljana) und des Instituts für Slavistisk (Universität Hamburg)

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Informationen
Datum
Dienstag, 24.6.2014
Zeit
19.30 Uhr
Eintritt
€ 10,–  /  8,–  /  6,–
Ort
Literaturhaus

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