8.9.

Arundhati Roy

stellt ihren Roman »Das Ministerium des äußersten Glücks« vor

20 Jahre nach ihrem Weltbestseller »Der Gott der kleinen Dinge« legt die Man Booker Prize-Trägerin ihren zweiten, nicht minder gewichtigen Roman (S. Fischer; Übersetzung: Anette Grube) vor, der sich aus den aktivistischen Erfahrungen der 1959 geborenen Autorin speist. Mit Hungerstreiks, blutig niedergeschlagenen Massendemonstrationen, militärischen Belagerungen und restriktivem Kastensystem bebildert Roy die moderne indische Geschichte. Ihr Blick fällt vornehmlich auf Kaschmir als von pakistanischen und indischen Herrschaftsansprüchen sowie als von hinduistischen und islamischen Religionsträgern gebeuteltes Gebiet. Als Gleichnis für den Kampf um Selbstbestimmtheit dient Roy dabei die Figur der in Delhi lebenden transsexuellen Anjum. »Die Unruhen finden in uns statt. Der Krieg ist in uns«, so beschreibt sich die Identitätserfahrung der in einer marginalisierten Gemeinschaft lebenden Hijras. »Wir können nicht nur mit unseren Körpern gewinnen. Wir müssen auch unsere Seelen rekrutieren«, lautet wiederum das Credo des Unabhängigkeitskämpfers Musa. Als sich Anjums Hoffnungen auf Mutterschaft nicht erfüllen, zieht sich diese auf einen entlegenen Friedhof zurück. Zunächst auf den blanken Gräbern schlafend, errichtet sie ein Gästehaus und darin einen Zufluchtsort »der fallenden Menschen«, an dem sie, als Andere, Hoffnung formiert  –  auch für ein als viel zu dunkel verschrienes Baby.

Moderation: Jan Ehlert
Deutsche Lesung: Marta Dittrich

Eine gemeinsame Veranstaltung von NDR Kultur und Literaturhaus Hamburg

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Informationen
Datum
Freitag, 8.9.2017
Zeit
19.30 Uhr
Eintritt
€ 14,–/10,–
Ort
Magazin-Filmkunsttheater, Fiefstücken 8a

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Ort:
Literaturhaus