4.6.

URSULA ACKRILL

liest aus ihrem Roman »Zeiden, im Januar«

Kaum ein deutschsprachiges Debüt hat in diesem Frühjahr so viel Aufmerksamkeit erregt wie der in weiten Teilen Anfang 1941 in Siebenbürgen spielende Roman »Zeiden, im Januar« (Wagenbach). Fernab des Literaturbetriebs lebt die promovierte Literaturwissenschaftlerin Ursula Ackrill als Bibliothekarin in Nottingham. Geboren ist sie freilich in Siebenbürgen, in Kronstadt, und so handelt ihr Erstlingsroman von der vielen noch unbekannten Geschichte ihrer Heimat. Immer wieder von historischen Rückblenden unterbrochen, erzählt der Roman von Schlüsselmomenten in der Geschichte, als man sich in Siebenbürgen vom Nationalsozialismus neue Achtung erhoffte.

Ursula Ackrill komponiert einen Chor aus – real existierenden und fiktiven – Stimmen, der diesen nationalen Taumel heraufbeschwört und die Zerrissenheit der Menschen Siebenbürgens zeigt. Eine Besonderheit ihrer Prosa liegt im kunstvollen, manchmal fast archaisch klingenden Ton, den die Autorin behutsam entwickelt. Ein Ton, der in der »Zeit« zu folgender Einschätzung führte: »Was ist schön an diesem Roman? Gewiss die Blickschärfe der Erzählerin, ihr sicheres Gespür für die Verbindung von scheinbar banalem Alltagsgeschehen mit den ›politischen Schicksalsfragen‹, die Genauigkeit, mit der die vielen, zumeist nur wenige Seiten umfassenden Szenen gebaut sind. Und es ist nicht zuletzt das Tempo sowie die vertraute Fremdheit einer Sprache, die die Leser mit lauter miniaturisierten Einsichten belohnt.« Kein Wunder, dass der Roman auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse stand.

Moderation: Rainer Moritz

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Informationen
Datum
Donnerstag, 4.6.2015
Zeit
19.30 Uhr
Eintritt
€ 10,– / 6,–
Ort
Literaturhaus

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Zeit:
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Eintritt:
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Ort:
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20.2.2018
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Eintritt:
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Zeit:
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Uhr
Eintritt:
12,– /8,–
Ort:
Literaturhaus