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03.05.

Italo-Svevo-Preis 2018 für Jan Faktor

Preisverleihung am 20.6.2018 im Literaturhaus

Der diesjährige Preisträger Jan Faktor, 1951 in Prag geboren, übersiedelte 1978 nach Ost-Berlin. Dort schloss er sich bald der alternativen Literaturszene an. Seine experimentellen Texte aus dieser Zeit erschienen 1989 im Aufbau Verlag und später bei Janus Press. Seit 1989 ist er Mitglied des Bielefelder Colloquiums Neue Poesie. Faktors Debütroman »Schornstein« erschien 2006 bei Kiepenheuer & Witsch. Es folgte 2010 der Roman »Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag«.

Die Jury erklärte: »Jan Faktors experimentelle Poesie, seine Essays und vor allem die autobiografisch grundierten Romane sind großartige literarische Zeugnisse einer höheren Fabulierkunst, pathosfrei, sprachbewußt, von ausschweifender Unverblümtheit. Somatisch basierte Welterkundung und ganz ins Erzählerische transponierte, geschichtsphilosophisch reflektierte Zeitgenossenschaft geben sich in dieser Prosa ein Stelldichein.«

Zu der Jury des Italo-Svevo-Preises gehören die Literaturkritikerin Katharina Teutsch, derVerleger Sebastian Guggolz und der Schriftsteller und Hochschullehrer Wolfgang Hegewald.

Der mit 15.000 Euro dotierte Literaturpreis wird seit 2001 an deutschsprachige Prosaautoren vergeben und ehrt ein Werk für seinen Eigensinn. Er wird durch mäzenatisches Engagement ermöglicht. Vorige Preisträger sind Sabine Peters und Zsuzsanna Gahse.

Am 20. Juni um 19.30 Uhr findet die Preisverleihung im Literaturhaus statt. Juror Sebastian Guggolz hält die Laudatio, der Senator für Kultur und Medien Hamburg Carsten Brosda spricht ein Grußwort. Weitere Informationen auf der Veranstaltungsseite.

02.05.

Stadtteilschulen für Schulhausroman gesucht

Schüler und Schülerinnen aufgepasst! Das Schreiben geht weiter ...

Wir suchen wieder Stadtteilschulen, die Lust haben, im 1. Halbjahr 2018/2019 beim »Schulhausroman« mitzumachen.

Bei dem Projekt »Schulhausroman« entwickeln Schülerinnen und Schüler an Hamburger Stadtteilschulen gemeinsam mit professionellen Autoren und Autorinnen ihre eigenen Romane und präsentieren diese auf der Bühne des Literaturhauses. Ganz nach dem Motto »Keine Angst vor Sprache« werden die Jugendlichen von der Idee über die Charaktere bis hin zu dem fertigen Roman unterstützt. Dabei entstehen Geschichten voller Kreativität und Scharfsinn mit Themen, die berühren und manchmal nachdenklich machen. Ob humorvoll, traurig, dramatisch oder ernst – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Mit Teamwork und Sprache entstehen tolle Romane, denen wir eine Bühne geben. Zudem wird der Schulhausroman als work in progress ins Internet gestellt und liegt nach Fertigstellung als gedrucktes Buch vor. Die diesjährige Abschlusslesung findet am 28. Juni statt und ist der festliche Höhepunkt des aktuellen Jahrgangs, der mit den Autoren Birgit Utz, Jan Christophersen und Jens Eisel seine Romane erarbeitet hat.

Interessierte Stadtteilschulen können sich bei Katrin Weiland unter schulhausroman@literaturhaus-hamburg.de bis zum 20. Juni anmelden. Mitmachen können die Klassen 7 bis 10 von Hamburger Stadtteil- und Berufsschulen.

Wir freuen uns!

24.04.

Ben Witter Preis 2018 an Christian Bartel

Der Ben Witter Preis geht in diesem Jahr an den Schriftsteller und Journalisten Christian Bartel. Neben seinen journalistischen Tätigkeiten hat er sich auch als Romanautor und Poetry-Slammer einen Namen gemacht. 

Die Jury der Ben Witter Stiftung zeichnet damit einen »brillanten Satiriker, einen ebenso heiteren wie bösen Beobachter politischer Phänomene und Phantome« aus. Weiterhin erklärte die Jury: »Ob Bartel sich der Traditionsoffensive der Bundeswehr annimmt oder dem deutschen Fetisch Auto: Seine subtilen Grotesken, zum größten Teil für die Berliner taz verfasst, steigern die Absurditäten unseres politischen und gesellschaftlichen Alltags fröhlich ins Monströse. Dem scharfsinnigen Sprachbeobachter und Stimmenimitator gelingt es mit staunenswerter Leichtigkeit, sich die unterschiedlichsten Jargons und Tonlagen zwischen cooldoof und wahnbürgerlich anzuverwandeln. Bartels kunstreich gefakte Reportagen und Homestories sind kleine Sprachkomödien – nicht zuletzt zum atemlos sich anbiedernden Geplapper des medialen Mainstreams.«

1995 wurde der mit 10.000 Euro dotierte Ben Witter Preis das erste Mal vergeben. Ehemalige Preisträger sind Gabriele Goettle, Georg Stefan Troller, Wladimir Kaminer, Willi Winkler, Elfriede Gerstl, Rolf Vollmann und das Autorenteam Gerhard Henschel und Gerhard Kromschröder. Die Auszeichnung erinnert an den 1993 verstorbenen Hamburger Schriftsteller und Journalisten Ben Witter.

Die Preisverleihung findet am 10. September um 19.00 Uhr im Literaturhaus statt. Die Laudatio hält Susanne Fischer.