08.09.2010
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Di 09.03., 20.00 Uhr

catherine millet

Foto: Arnaud Février Foto: Arnaud Février

stellt ihr neues Buch „Eifersucht“ vor
Ina Hartwig moderiert und übersetzt
Anne Weber liest den deutschen Text

Quel scandale! Kaum ein Buch erregte die französische Öffentlichkeit derart intensiv wie „Das sexuelle Leben der Catherine M.” 2001 erschien es und wurde zu einem weltweiten Erfolg, der von Zeitungen aller Art detailliert gewürdigt wurde. Catherine Millet hieß die Verfasserin dieses autobiografischen Berichts, eine angesehene Kunstkritikerin und Chefredakteurin des avancierten Magazins „Art Press”, die mit ungeahnter Offenheit ihr vielseitiges Sexualleben der Öffentlichkeit preisgab. Alle Welt, darunter Philippe Sollers und Mario Vargas Llosa, diskutierten die moralischen und ästhetischen Fragen, die Millets aufwühlendes Buch aufwarf. Sieben Jahre danach verblüfft Catherine Millet die zwischen Voyeurismus, Begeisterung und Empörung hin und hergerissene Leserschaft aufs Neue.

Ausgerechnet sie, die keinen Hehl daraus machte, mit wie vielen Partnern sie ihre Sexualität auslebte, beschreibt nun in „Eifersucht” (Hanser Verlag, im Original: „Jour de souffrance”) ein Leiden, das in ihrem Leben nicht vorgesehen war. Zufällig entdeckt sie auf dem Schreibtisch ihres Mannes Jacques einen Briefumschlag, dessen Inhalt von der Untreue des Gatten kündet. Systematisch beginnt die Betrogene fortan nach weiteren Beweisen zu fahnden, und je mehr sie in Erfahrung bringt, desto quälender überfällt sie eine Eifersucht, die sie dazu bringt, das eigene Seelendurcheinander schonungslos zu analysieren. „,Eifersucht’ ist eine gewissenhafte, präzise, fast technische Bestandsaufnahme des entfremdeten Mahlstroms, in dem Catherine Millet jahrelang gefangen war” (Pascale Hugues in „Die Zeit”). So wird ihr Bericht „Eifersucht” zu einer Leidens- und Liebesgeschichte, wie sie eindringlicher nicht sein könnte, und schreibt eine (französische) Traditionslinie fort, die nicht zuletzt durch Marcel Prousts „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit” begründet wurde. Catherine Millet spricht über ihr Buch mit der Frankfurter Literaturkritikerin Ina Hartwig.

Karten ab 20. Februar in der Buchhandlung Samtleben und allen bekannten Vorverkaufsstellen

Mit Unterstützung des Institut français de Hambourg | Kulturpartner NDR Kultur

Di 09.03. 20.00 Uhr, 10,-/8,-/6,-
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