04.02.2012
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Hier finden Sie unsere Veranstaltungen!

Das Literaturhaus im Februar 2012

An dieser Stelle möchten wir nicht schon wieder über das Wetter klagen. Viel lieber möchten wir Sie darauf vorbereiten, dass Ihnen in diesem Jahr der Februar einen zusätzlichen Tag schenkt, den Sie ganz nach Ihrem Geschmack einsetzen können. Wir empfehlen natürlich, das eine oder andere gute Buch zur Hand zu nehmen, denn möglicherweise ist Ihr Lieblingsautor, Ihre Lieblingsautorin ja demnächst zu Gast am Schwanenwik. Hier kommt unser Programm für den dennoch kürzesten Monat des Jahres:

Los geht es mit einer rekordverdächtigen Veranstaltung: 9.400 Minuten ist sie lang, die Hörbuchversion von Marcel Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" (Hörverlag). Und keine Minute zuviel, schließlich wird die Lesung getragen von der wunderbaren Stimme des Burgschauspielers Peter Matic. Für diese Glanzleistung wird Peter Matic mit einem Jahrespreis des "Preises der Deutschen Schallplattenkritik" ausgezeichnet und zwar direkt und vor Ort, während des 90-minütigen winzigen Ausschnitts au der Lesung: Im Literaturhaus, am 2. Februar. Die Laudatio hält Jurymitglied und Musikkritiker Jürgen Kesting.

Am 7. Februar gehört der Saal dem Hambürger Arno Schmidt: Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan Philipp Reemtsma machen sich auf, eine einzigartige Hamburgensie zu präsentieren: "Arno Schmidt in Hamburg", von Joachim Kersten herausgegeben, ist bei Hoffmann und Campe erschienen und vereint Zeugnisse rund um die Schmidt'sche Geburtsstadt – dankenswerter Weise vom Autor ordentlich bärbeißig kommentiert. Für den Valentinstag mit all den Röschen und Herzchen und Liebesschwürchen haben wir uns ein ordentliches Kontrastprogramm ausgedacht und Frank Schulz eingeladen. Nun, möglicherweise kommt es zu Liebesschwüren am 14. Februar, das vermögen wir nicht vorauszusagen. Auf jeden Fall liest der einzigartige Schulz aus seinem neuen Roman "Onno Viets und der Irre vom Kiez", bei Galiani erschienen, über den Harry Rowohlt gewohnt profund urteilte: "Jetzt kann sich die deutsche Gegenwartsliteratur endgültig warm anziehen!" Kester Schlenz führt durch diesen kotterschnäuzigen Abend.

Der in Budapest geborene Péter Nádas legt in diesem Frühjahr sein Opus magnum vor: "Parallelgeschichten" (Rowohlt), dieses 1.700 Seiten starke Werk, vereint die europäische Gegenwart anhand einer Fülle von Einzelschicksalen und wird von der internationalen Literaturkritik in einem Atemzug mit Marcel Proust genannt. Lothar Müller wird am 21. Februar mit Péter Nádas über dessen Meisterwerk sprechen. Wir freuen uns ganz besonders, dass es uns mit Hilfe des Hanser Verlags gelungen ist, Michael Ondaatje wieder nach Hamburg zu holen. Er stellt am 23. Februar seinen neuen Roman "Katzentisch" (Hanser) vor, indem er von der magischen Seereise des jungen Mynah von Ceylon nach England erzählt. Die Überfahrt und die Begegnungen mit allerlei skurrilem Personal geraten zur Reise ins Erwachsenenleben und letztlich zur Geburt eines Schriftstellers. Gabriele von Arnim wird uns durch diesen Abend geleiten, die deutschen Passagen liest der Schauspieler und Sprecher Michail Paweletz.

(Ursula) März & (Rainer) Moritz haben sich für den 27. Februar 1 Gast (Tilman Krause) eingeladen und werden als meinungsstarkes literarisches Trio "März & Moritz & 1 Gast" fünf Frühjahrs-Neuerscheinungen zu Leibe rücken. Weder an fundierter Kritik noch an fulminantem Lob wird an diesem Abend gespart. Reinhard Kahl bittet am 16. Februar den Philosophen Manfred Geier ins Philosophische Café gebeten um - mit Unterstützung des Publikums - zum Thema "Selbstdenken - das Projekt der Aufklärung" zu diskutieren. Grundlage ist Geiers erhellendes Buch "Aufklärung - Das europäische Projekt", jüngst bei Rowohlt erschienen.

Das Junge Literaturhaus, das ja seit kurzem mit einer eigenen Website www.julit-hamburg.de am Start ist, präsentiert im Februar seine ganze Bandbreite: Bei "Spaß mit Büchern" gehört der 15. Februar komplett der Kinderbuchautorin und -illustratorin Franziska Biermann, die am Vormittag für Grundschulklassen ihr bezauberndes Buch "Herr Fuchs mag Bücher" (Bloomsbury) vorstellt und für den Nachmittag ihr neuestes Werk "Der magnetische Bob" (Residenz) im Gepäck hat. Die Gedankenflieger breiten am nächsten Tag ihre Flügel aus und schwirren in unsere kulturelle Nachbarschaft, bis ins Schauspielhaus in der Kirchenallee. Dort geht es, im Gespräch mit Kristina Calvert, um Identität und Verwandlung und um die Frage, wie man eigentlich ohne Spiegel wissen kann, wer man ist.

Im STA*-Club erwarten wir am 20. Februar ein ganz besonderes Gespann: Der Schweizer Rolf Lappert hat in den vergangenen Jahren u.a. mit seinem Roman "Nach Hause schwimmen" für Furore gesorgt und u.a. den Schweizer Buchpreis gewonnen. Nun hat er seinen ersten Jugendroman geschrieben, "Pampa Blues" heißt der und ist im Hanser Verlag erschienen. Darin erzählt Lappert vom 16-jährigen Ben, der sein Leben an sich vorbeiziehen sieht, während er in Wingroden festsitzt, wo so aber auch gar nichts passiert. Doch dann kommt mächtig Leben in das verschlafene Nest, das in eine Pilgerstätte für Ufo-Gläubige verwandelt werden soll ... An Rolf Lapperts Seite sitzt Robert Stadlober, eines der markantesten Gesichter des jungen deutschen Films, der die Hörbuchversion (HörbuchHamburg) gelesen hat und auch im STA*-Club den Helden Ben zum Leben erwecken wird. Dieser Abend ist für alle Interessierten geöffnet, aber nur Schülerinnen und Schüler kommen kostenlos hinein.

Jede Menge junge Literatur hat auch die Team&Struppi-Show an Bord, die heuer zum fünften Mal über die Bühne fegt: Mit dabei sind die geschätzten Herren Gastgeber Jasper Diedrichsen und Moritz Neumeier, aber auch die Hamburger Singer-Songwriterin Lùisa sowie Volker Strübing, seines Zeichens Lesebühnenstar, Schriftsteller und Mississippi-Reisender. Das wird ein Spaß!

Außerdem nehmen wir bis zum 4. April Bewerbungen von 19 bis 25-Jährigen für unser Schreiblabor entgegen, das von Mareike Krügel und Thomas Klupp geleitet wird. In zehn Sitzungen können junge Menschen erfahren, wie eine spannende Romanhandlung gestrickt wird, wo man glaubwürdige Figuren herbekommt und wie man sich als Schriftsteller auf einer Bühne würdig präsentiert. Und das von Leuten, die es wissen müssen, weil sie es studiert haben: Mareike Krügel hat mit ihrem aktuellen Roman "Bleib wo du bist" für viel Aufmerksamkeit gesorgt und am Leipziger Literaturinstitut studiert. Thomas Klupp ist ebenfalls mit allen Autorenwassern gewaschen, als Verfasser von "Paraiso" ebenso wie als Absolvent des Studienganges "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus".
 
Bitte beachten Sie, dass unsere Veranstaltungen in der Regel bereits um 19.30 Uhr beginnen!
 
Bitte nutzen Sie den 29. Februar nach bestem Wissen und Gewissen!

Viel Freude mit unserem Programm wünscht Ihnen

Ihr Literaturhaus-Team
 
 
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